
Blumen im Oktober: Was blüht vor dem ersten Frost?
Munder Safran, Chrysanthemen und Knospenheide: was in der Schweiz diesen Monat wirklich blüht, vor dem ersten Frost.
In Mund im Oberwallis beginnen die Tage Mitte Oktober im Morgengrauen. Die Safrankrokusse öffnen sich bei Tagesanbruch und welken noch am selben Tag, deshalb müssen die Produzenten die Blüten rasch und von Hand pflücken. Im Rest des Landes ist der Oktober ein Monat des Übergangs. Die letzten Schweizer Schnittblumen kommen in die Blumenläden, Chrysanthemen lösen die Dahlien ab und der Garten bereitet sich auf den Winter vor.
Welche Geburtsblume gehört zum Oktober?
Die angelsächsische Tradition der Geburtsblumen ordnet dem Oktober die sogenannte Marigold zu, mit dem Schmuckkörbchen als zweiter Blume. Das englische Wort bezeichnet allerdings zwei ganz verschiedene Pflanzen, die Ringelblume (Calendula officinalis) und die Studentenblume (Tagetes erecta). Je nach Liste trägt also die eine oder die andere den Titel.
Die Tagetes stammt aus Amerika und spielt in Mexiko eine besondere Rolle. Ihre orangen Blüten schmücken am Tag der Toten Anfang November Gräber und Hausaltäre. Das Schmuckkörbchen, ebenfalls aus Mexiko, verdankt seinen botanischen Namen Cosmos dem Griechischen und steht für Ordnung und Harmonie. Allen drei ist eine Eigenschaft gemeinsam, die ihre Wahl erklärt. Es sind unkomplizierte Einjährige, die bis zum ersten Frost blühen, wenn die meisten Sommerbeete längst aufgegeben haben.
Diese Saisonblumen blühen im Oktober
Der Safrankrokus, der Stolz von Mund
Safran besteht aus den Narben einer Blüte, Crocus sativus. Die Schweiz produziert ihn an einem einzigen Ort. An den Hängen von Mund, auf rund 1200 Metern über Naters, dauert die Ernte von Mitte Oktober bis Anfang November. Der Munder Safran ist seit 2004 als AOP geschützt. Pro Jahr kommen nur wenige Kilo zusammen. Für ein einziges Kilo braucht es über 120'000 Blüten. Nach dem Krieg wäre der Anbau beinahe verschwunden, weil viele Dorfbewohner in die Fabriken im Rhonetal abwanderten. Seit 1977 setzen sich Einheimische für seine Rettung ein.
Jede Blüte trägt drei rote Narben, den einzigen Teil, der getrocknet und verkauft wird. Im Garten setzt man den Safrankrokus im Hochsommer, zwischen Juli und August, an einen sonnigen Platz mit gut durchlässigem Boden. Verwechseln Sie ihn nicht mit der Herbstzeitlose, die zur gleichen Zeit auf den Wiesen blüht. Die hochgiftige Herbstzeitlose hat sechs Staubblätter, der Krokus nur drei.
Chrysanthemen, vom Balkon bis zum Friedhof
Im Oktober haben Chrysanthemen in den Blumenläden Hochsaison, wenige Wochen vor Allerheiligen. In den katholischen Kantonen schmücken viele Familien am 1. November die Gräber ihrer Angehörigen mit Chrysanthemen. Im deutschsprachigen Raum galt lange der weisse Chrysanthemenstock als klassischer Grabschmuck.
Es wäre schade, sie auf den Friedhof zu beschränken. Kleinblütige und grafisch wirkende Sorten sind in der Floristik wieder gefragt. Im Topf passen sie auf dem Balkon wunderbar zu Heide und Alpenveilchen.
Knospenheide, Farbe bis in den Winter
Die Besenheide (Calluna vulgaris), vielen auch als Erika bekannt, ist einheimisch und winterhart. Im Herbst wird sie vor allem als Knospenheide verkauft, deren farbige Knospen sehr lange halten, oft bis tief in den Winter. Damit das gelingt, braucht sie im Herbst keinen Dünger und nur bei Bedarf Wasser. Sie mag sauren, gut durchlässigen Boden. Wer sie im Frühling in den Garten setzt, schneidet die Triebe im April knapp unter den alten Knospen zurück. Im Topf eignet sich die Heide auch gut als Grabschmuck für Allerheiligen.
Alpenveilchen, bitte ausser Reichweite von Katzen
Das Alpenveilchen gehört mit Heide und Stiefmütterchen zu den klassischen Herbstpflanzen für Balkon und Fenstersims. Seine Knolle enthält allerdings Saponine, die für Katzen und Hunde giftig sind und Erbrechen, Durchfall und in schweren Fällen Krämpfe auslösen können.
Dahlien und Hortensien, das letzte Aufleuchten
Dahlien blühen weiter, bis der erste Frost sie erwischt. Hortensien erreichen dagegen den idealen Zeitpunkt zum Trocknen. Schneiden Sie die Blüten zwischen Ende September und Anfang Oktober, wenn der Saft zurückgeht und sich die Blüten leicht papierartig anfühlen. Zu früh geschnitten, faulen sie statt zu trocknen. Stellen Sie sie danach in eine Vase mit 2 bis 3 cm Wasser, das Sie nicht nachfüllen. Das Wasser verdunstet langsam und die Blüten trocknen, ohne ihre Form zu verlieren. Wer geschmeidigere Blüten möchte, ersetzt das Wasser durch eine Mischung aus warmem Wasser und Glyzerin.

Warum ist der Oktober der letzte Monat für Schweizer Blumen?
Schweizer Produzentinnen und Produzenten ziehen ihre Schnittblumen von Februar bis Oktober. Von November bis Januar ist es zu kalt, das einheimische Angebot geht dann praktisch gegen null. Übers Jahr gesehen stammen laut dem Schweizer Floristenverband ohnehin 80 bis 95 Prozent der verkauften Schnittblumen aus dem Ausland, vor allem aus den Niederlanden und aus Kenia. Wer Blumen aus der Region in die Vase stellen möchte, hat im Oktober die letzte Gelegenheit des Jahres.
Einige Blumenfelder zum Selberschneiden bleiben bis zum Frost geöffnet, jenes des Bäumlihofs in Riehen sogar bis in den November. In manchen Blumengeschäften weisen seit 2024 Etiketten auf Schweizer Ware hin. Fehlt ein Hinweis, fragen Sie einfach nach der Herkunft.
Was ist im Oktober im Garten zu tun?
Der Oktober ist der Hauptmonat für Tulpen und Narzissen. Setzen Sie zuerst die grossen Zwiebeln. Kleinere wie Krokusse oder Traubenhyazinthen können bis in den November oder Dezember warten, solange der Boden nicht gefroren ist.
Jetzt sind auch die Dahlien an der Reihe, denn ihre Knollen vertragen keinen Frost. Warten Sie, bis der erste Frost das Laub geschwärzt hat, lassen Sie noch einige Tage verstreichen und graben Sie die Knollen an einem schönen Morgen mit der Grabgabel aus. Lagern Sie sie in einer mit Zeitungspapier ausgelegten Holzkiste in einem dunklen, trockenen Keller bei rund 5 °C. Über 8 °C treiben sie womöglich schon im Winter aus. Kontrollieren Sie die Knollen regelmässig und sortieren Sie faulende aus.
Wer diesen Herbst eine Hecke plant, kann den Kirschlorbeer vergessen. Seit dem 1. September 2024 sind Verkauf, Verschenken und Einfuhr in der Schweiz verboten, bestehende Hecken dürfen jedoch stehen bleiben. Schweizer Gärtner empfehlen stattdessen eine gemischte Hecke aus einheimischen Sträuchern wie Hasel, Pfaffenhütchen und Liguster. Die Eibe ist ebenfalls einheimisch, allerdings sehr giftig.

So gelingt der Oktoberstrauss
Ein saisonaler Strauss im Oktober lebt von warmen Tönen und Strukturen. Einige Dahlien oder Chrysanthemen bringen Farbe, getrocknete Hortensien sorgen für Volumen und Heidetriebe eignen sich gut für Kränze und kleine Sträusse.
Wenn wir das Binden übernehmen sollen: Unsere Saisonkollektion wechselt wöchentlich mit dem, was frisch ins Atelier kommt. Das Blumenabo folgt demselben Rhythmus, Monat für Monat.
Lebt eine Katze bei Ihnen, lohnt sich ein Blick auf den Tisch. Chrysanthemen und Alpenveilchen stehen auf der Liste der für Katzen giftigen Pflanzen, ebenso die Tulpen- und Narzissenzwiebeln, die Sie vielleicht gerade setzen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung rufen Sie sofort die Tierarztpraxis an. Auch Tox Info Suisse gibt unter der Nummer 145 Auskunft.
Häufige Fragen
Die angelsächsische Tradition ordnet dem Oktober die Marigold zu, mit dem Schmuckkörbchen als zweiter Blume. Das englische Wort bezeichnet zwei verschiedene Pflanzen, die Ringelblume (Calendula officinalis) und die Studentenblume (Tagetes erecta). Je nach Liste trägt also die eine oder die andere den Titel.
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