
Wann und welche Blumen schenkt man bei einem Trauerfall?
Der vollständige Ratgeber für ein stimmiges, taktvolles Gedenken
Wann und welche Blumen schenkt man bei einem Trauerfall?
Der vollständige Ratgeber für ein stimmiges, taktvolles Gedenken
Warum schenkt man Blumen bei einem Trauerfall?
Wenn ein geliebter Mensch stirbt, fehlen oft die Worte. Eine Geste spricht dann für uns. Blumen zu schenken bleibt eine der zartesten Arten, der Familie zu zeigen, dass man an sie denkt, ganz ohne Erklärung.
Es lohnt sich, die Gepflogenheiten zu kennen: wann schickt man sie, welche wählt man, an wen richtet man sie, und was tun, wenn die Familie um den Verzicht auf Blumen und Kränze bittet. Dieser Ratgeber beantwortet all das, mit Takt und Genauigkeit.
Die Blume sagt, was die Stimme nicht sagen kann. Sie bringt ein wenig Schönheit und Sanftheit in einen Moment grosser Trauer, und sie zeigt der Familie, dass sie nicht allein ist. Die Geste ist alt: in der Schweiz wie in Deutschland hat sich der Blumenschmuck für Verstorbene über Jahrhunderte verankert, bis er zu einer selbstverständlichen Form des Gedenkens wurde. Die geschnittene Blume erinnert durch ihre Vergänglichkeit treffend an die Zerbrechlichkeit des Lebens.
Über das Symbol hinaus hat die Geste eine soziale Rolle. Ein Gesteck zu schicken heisst, seine Anteilnahme auszudrücken und für die Hinterbliebenen da zu sein, auch wenn die Worte fehlen. Blumen zu schenken heisst, da zu sein, ohne reden zu müssen.

Wann schenkt man Trauerblumen?
Man denkt oft, es gebe nur einen Moment, jenen der Trauerfeier. In Wahrheit eignen sich vier Zeitfenster für die florale Geste, jedes mit seinen eigenen Regeln:
- Sobald die Todesnachricht eintrifft — Trauerstrauss, geliefert an die Wohnung der Familie
- Während der Aufbahrung — dezentes Gesteck im Bestattungsraum oder in der Aufbahrungshalle
- Am Tag der Beisetzung — Kranz oder Sargschmuck, dem Bestattungsinstitut übergeben
- Nach der Beisetzung — Blumen auf dem Grab, an Allerheiligen oder zum Jahrestag
Vor der Trauerfeier, die Familie ab der Todesnachricht begleiten:
Diese Phase bleibt oft unbemerkt. Dabei berührt ein Strauss, der schon bei der Todesnachricht an die Wohnung geliefert wird, ganz besonders. Er kommt an, wenn das Haus sich leert und der Schock am grössten ist. Wählen Sie eher haltbare Blumen, die die Zeit der Vorbereitungen überstehen, und legen Sie ein paar handgeschriebene Zeilen bei, auch wenn sie kurz sind. Wenige aufrichtige Worte wiegen mehr als eine lange, vorgefertigte Formel.
Am Tag der Beisetzung, Blumen am Sarg oder in der Kapelle:
Das ist der am stärksten geregelte Moment. Die grössten Gestecke, Sargschmuck und grosse Kränze, sind traditionell der engsten Familie vorbehalten; das weitere Umfeld bringt schlichtere Stücke (Sträusse, Kissen oder einfache Gestecke). Kommen Sie etwas vor der Feier, um Ihre Blumen dem Bestattungsinstitut zu übergeben, das sie arrangiert. Wenn Sie bei einem Floristen bestellen, bitten Sie um direkte Lieferung an den Ort der Feier, Kirche, Krematorium oder Aufbahrungshalle, und geben Sie den Namen der verstorbenen Person sowie Datum und Uhrzeit an.
Nach der Beisetzung, die Wochen danach nicht vergessen:
Die Trauer endet nicht am Tag der Beisetzung. Gerade danach, wenn das Umfeld seltener wird, zählt die Unterstützung am meisten. Ein Strauss, der zwei bis vier Wochen später nach Hause geliefert wird, bewegt oft zutiefst. Auf dem Grab verlängert ein Gebinde an Allerheiligen oder zum Jahrestag das Andenken. Eine Topfpflanze, beständiger als ein Strauss, ist eine schöne Alternative, die bleibt.
Welche Blumen wählen, und für wen?
Jeder hat seinen Platz in diesem Gedenken, und wer die Rollen kennt, vermeidet Unsicherheiten:
- Engste Familie — Sargschmuck, grosser Kranz, Trauerkranz, am Tag der Beisetzung
- Freunde, Nachbarn, Nahestehende — Strauss, Kissen oder einfaches Gesteck, bei der Beisetzung oder zu Hause
- Kollegen, Unternehmen — ein gemeinsames Gesteck im Namen der Gruppe, bei der Beisetzung
Wenn ein Freundeskreis oder ein Arbeitsteam zusammenkommt, wirkt ein einziges Gesteck im Namen der Gruppe stimmiger als viele kleine Sträusse. Es erleichtert zudem die Logistik für die Familie.
Welche Blumen passen zum Moment und zur Beziehung:
Jede Blume trägt eine Botschaft. Weiss dominiert, Sinnbild für Reinheit und Frieden; auch andere sanfte Töne finden ihren Platz.
- Weisse Lilie — Reinheit, feierliches Gedenken; universelles Gedenken
- Weisse Rose — Respekt und Erinnerung; für Nahestehende und Freunde
- Chrysantheme — Besinnung und Andenken; für das Grab, an Allerheiligen
- Orchidee — Eleganz, dauerhafte Verbundenheit; schlichtes, edles Gedenken
- Weisse Nelke, Gladiole, Iris — Zuneigung, Treue; für klassische Gestecke
Die Chrysantheme verdient eine Erklärung: im deutschsprachigen Raum gilt sie als die klassische Grab- und Allerheiligenblume. Sie blüht spät im Jahr, ist robust und übersteht die kühle Jahreszeit, was sie zum festen Bestandteil des herbstlichen Grabschmucks macht. In Teilen Asiens steht dieselbe Blume dagegen für das Leben.
Gut zu wissen:
Vermeiden Sie sehr kräftige Farben wie leuchtendes Rot, Orange oder strahlendes Gelb, die eher an ein Fest als an stilles Gedenken erinnern. Vorsicht auch bei stark duftenden Blumen, die in geschlossenen Räumen rasch unangenehm werden. Weiss, Creme, Mauve und zartes Blau bleiben die sichere Wahl.
Welche Blumen für einen Mann, welche für eine Frau:
Die Unterscheidung ist zum Glück fliessend geworden. Traditionell wählt man für einen Mann schlichte, klar strukturierte Gestecke mit klaren Linien und tiefen Tönen; für eine Frau eher blumige Sträusse in Pastelltönen. Doch nichts zählt mehr als die persönliche Erinnerung: mochte die verstorbene Person eine bestimmte Blume oder Farbe, dann schenken Sie genau diese. Ein stimmiges Gedenken geht immer einem Klischee vor.
Bräuche, Bestellung und Trauerworte
Die Bräuche unterscheiden sich stark von Konfession zu Konfession. Ein grober Anhaltspunkt hilft, sofern man sich immer bei der Familie rückversichert:
- Katholisch — weit verbreitet: Kreuze, Kränze, Sargschmuck
- Protestantisch — willkommen, in Schlichtheit, weisse oder pastellige Töne
- Orthodox — geschätzt, mitunter ins Grab gelegt
- Jüdisch — in der Regel nicht üblich, besser eine andere Geste
- Muslimisch — meist nicht erwünscht, besser direkte Unterstützung
- Weltlich oder zivil — frei, nach dem Geschmack der verstorbenen Person
Im Zweifel klärt ein diskreter Anruf bei einem Angehörigen oder beim Bestattungsinstitut jede Unsicherheit. Bei einer Kremation sollten Sie die Grösse des Gestecks an die oft intimere Feier anpassen.
Wie schenkt man Trauerblumen richtig:
Die Geste will ein wenig vorbereitet sein. Ein auf Trauerfloristik spezialisierter Florist berät Sie zu Form und Symbolik, im Laden oder online. Die Bestellung im Internet hat sich wegen ihrer Einfachheit durchgesetzt: Kanel und die meisten Floristen liefern direkt an die Aufbahrungshalle, ans Krematorium oder an die Wohnung der Familie. Beim Budget rechnen Sie grob mit 40 bis 80 CHF für einen einzelnen Strauss, mehr für einen Kranz oder ein grosses gemeinsames Gesteck.
Tipp:
Bestellen Sie mindestens 48 Stunden vor der Feier, damit die Lieferung rechtzeitig eintrifft. Bei kurzfristigen Fällen bieten viele Floristen eine Expresslieferung an, am besten telefonisch bestätigt.
Welche Worte schreibt man auf die Schleife oder Karte:
Das Wort zählt so viel wie die Blumen. Bleiben Sie kurz, aufrichtig und schlicht.
- Für einen nahen Menschen — „Für unseren unvergessenen Paul, in tiefer Verbundenheit“
- Für einen Freund — „In Gedanken bei dir und den Deinen“
- Im beruflichen Rahmen — „Aufrichtiges Beileid des ganzen Teams“
Vermeiden Sie zu vertrauliche Wendungen, Humor oder religiöse Formeln, wenn Sie die Überzeugungen der Familie nicht kennen.
Keine Blumen und Kränze, was tun?
Immer häufiger tragen Todesanzeigen den Vermerk „keine Blumen und Kränze“. Dieser Wunsch wird ohne Diskussion respektiert, auch wenn er irritiert. Oft lenkt die Familie auf eine andere Geste: eine Spende an einen Verein, der der verstorbenen Person am Herzen lag, ersetzt dann die Blumen und führt ihr Engagement weiter. Eine Kerze oder eine dezente Zimmerpflanze sind mitunter dennoch willkommen. Im Zweifel verzichten Sie.
Sie können Ihre Anteilnahme auch anders zeigen: ein handgeschriebener Brief, ein Anruf, eine gelieferte Mahlzeit für die Familie in den schweren Tagen. Unterstützung hängt nicht nur an Blumen.
Alternativen zu Blumen in der Trauer:
- Eine Topfpflanze (Orchidee, Ficus) — beständig, sie bleibt über die Trauer hinaus; für die engste Familie
- Eine Spende an einen Verein — stiftet Sinn und führt ein Engagement weiter; wenn die Familie es wünscht
- Mahlzeiten oder Hilfe im Alltag — entlastet die ersten Tage; für die sehr nahe Familie
- Ein Erinnerungsalbum oder Kondolenzbuch — sammelt das gemeinsame Gedenken; für Umfeld und Freunde
Zum Merken:
Vier Momente eignen sich für die Geste: ab der Todesnachricht, während der Aufbahrung, am Tag der Beisetzung und in den Wochen danach. Weisse Lilie, weisse Rose und Chrysantheme bleiben die drei sicheren Werte. Und eine Regel geht allen anderen vor: erkundigen Sie sich immer zuerst bei der Familie.
Häufige Fragen zu Trauerblumen
Muss man Blumen zu einer Beerdigung mitbringen?
Nein, das ist weder eine gesetzliche Pflicht noch eine absolute gesellschaftliche Regel. Trägt die Todesanzeige den Vermerk „keine Blumen und Kränze“, passt eine Spende oder eine persönliche Geste ebenso gut.
Kann man Blumen schenken, ohne an der Feier teilzunehmen?
Ja. Sie können ein Gesteck an die Aufbahrungshalle, die Kirche oder die Wohnung der Familie liefern lassen. Bestellen Sie bei einem Floristen mindestens 48 Stunden vorher, das ist der sicherste Weg.
Wie lange bleiben die Blumen auf dem Friedhof?
Schnittblumen halten auf einem Grab je nach Wetter meist 5 bis 10 Tage. Danach entfernen die Friedhöfe die verwelkten Gestecke. Für ein dauerhaftes Andenken eignen sich eine Topfpflanze oder Trockenblumen besser.
Welche Blumen sollte man für eine Beerdigung meiden?
Sehr kräftige Töne wie leuchtendes Rot, Orange oder festliches Gelb lässt man besser weg, denn sie wirken festlich. Stark duftende Blumen stören in geschlossenen Räumen. Setzen Sie auf Weiss, Creme, Mauve und zartes Blau.
Kann man direkt an die Aufbahrungshalle oder das Krematorium liefern lassen?
Ja, die meisten spezialisierten Floristen bieten das an. Geben Sie den Namen der verstorbenen Person, das Datum und die Uhrzeit der Feier an. Denken Sie daran, mindestens 48 Stunden im Voraus zu bestellen.
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